Christophorus-Hospiz

Mainz-Drais

 


 

  
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Das Christophorus-Hospiz sieht sich in der Tradition der mittelalterlichen Hospize, die den Pilgernden auf ihren langen, beschwerlichen Reisen als Stützpunkte dienten:

Stätten der Fürsorge und christlicher Nächstenliebe, Orte, an denen man sich ausruhen und neue Kraft schöpfen konnte, um sich für den weiteren Weg vorzubereiten. Die moderne Hospizbewegung hat diesen alten Gedanken neu belebt - für Menschen auf dem letzten Stück ihres Lebensweges, auf ihrer längsten und oft einsamsten Reise. Diesen Menschen möchten moderne Hospize wie das 1967 von Cicely Saunders ins Leben gerufene St. Christopher's Hospice in London in ganzheitlicher Weise beistehen, damit "Leben bis zuletzt" möglich ist.

In Mainz wurde der Hospizgedanke 1990 mit der Gründung des ambulanten Hospizes der Mainzer Hospizgesellschaft Christophorus e.V. aufgenommen.


Das Christophorus-Hospiz sieht sich als stationäre Ergänzung dieses Dienstes. Mit seinem Namen knüpft es an die Wurzeln der Hospizbewegung in England und in Mainz an. Im Mittelpunkt steht eine vom christlichen Glauben geprägte Pflege und Behandlung schwerstkranker und sterbender Menschen ohne Rücksicht auf Glauben, Rasse und Nationalität. Sie orientiert sich an den Aussagen von der Würde des Sterbenden in der gemeinsamen Schrift der christlichen Kirchen "Gott ist ein Freund des Lebens":

"Christliches Sterben ist gewiss kein angstloses, aber ein angstbestehendes, angstüberwindendes Sterben, ein Sterben in Frieden, in dem der Sterbende mit seiner Lebensgeschichte und mit seinen Angehörigen ins Reine kommt. Christen wünschen und wollen, dass es ein Sterben sei, das der Betroffene als die letzte Phase seines Lebens selbst lebt, nicht umgeht und nicht auslässt. Aber da jeder den Umständen des Sterbens immer auch ausgeliefert ist, ist würdig zu sterben Gnade und eigenes Werk zugleich.

Von den anderen ist jeder Sterbende als der zu achten, der sein Sterben selbst lebt. Deshalb kann auch beim Sterben eines Menschen alle Hilfe nur Lebenshilfe sein. Die Hilfe im Sterben, derer der Betroffene angesichts der Einsamkeit des Todes bedarf, besteht folglich in intensiver Zuwendung und in bestmöglicher ärztlicher Versorgung und Pflege. Sie will ihm darin beistehen, dass er sein körperliches Leiden ertragen und den bevorstehenden Tod selbst annehmen kann. Darin wird sie die Würde des Sterbenden, seine letzte, ihm als Person angehörende Unantastbarkeit, wahren und achten. ... Jeder Umgang mit einem Sterbenden hat in diesem fundamentalen Respekt vor ihm zu geschehen."

Aktive Sterbehilfe wird entschieden ausgeschlossen; aber auch Lebensverlängerung um jeden Preis wird abgelehnt. Es geht nicht darum, dem Leben Tage hinzu zufügen, sondern die verbleibenden Tage mit Leben zu erfüllen - Leben in all seinen Dimensionen, mit Freude und Tränen, Willkommen und Abschied, Hoffnung und Trauer, Verzweiflung und Zuversicht.

Die Mitarbeiter des Christophorus-Hospizes begegnen vielfältigen Nöten ihrer Gäste. Sie sind in besonderer Weise darauf vorbereitet, körperliche, seelische und existenzielle Leiden wahrzunehmen und gemeinsam Wege der Linderung zu suchen. Sie sind aber auch verfügbar, wenn es darum geht, schweigend die Ohnmacht angesichts von Leid und Tod auszuhalten, nicht davonzulaufen, sondern am Fuß des Kreuzes auszuharren - in der Zuversicht, dass die Liebe, das Leben und die Hoffnung eines Menschen nicht im Tod enden.

Das Christophorus-Hospiz ist Gründungsmitglied im Palliativnetzwerk Mainz.

Der Gast

"Sie sind wichtig, weil Sie eben Sie sind. Sie sind bis zum letzten Augenblick Ihres Lebens wichtig, und wir werden alles tun, damit Sie nicht nur in Frieden sterben, sondern auch bis zuletzt leben können", so hat Cicely Saunders das Leitmotiv der Hospizbewegung beschrieben.

Entsprechend diesem Leitmotiv stehen im Christophorus-Hospiz die Würde und die Integrität des Gastes, seine Wünsche und Bedürfnisse im Zentrum jeglicher Bemühungen. Alle Maßnahmen der Pflege und Betreuung müssen im Einklang mit seinem Willen stehen. Seine Autonomie, seine Intimsphäre, seine familiären und sozialen Bezüge sollen weitestgehend erhalten bleiben.

Diesem Ziel dienen unter anderem auch persönliche Gestaltungsmöglichkeiten des Zimmers, Übernachtungsmöglichkeiten für Angehörige und Freunde, Kontakt zum Haustier und Bereitung von Lieblingsspeisen.

Die Sorge des Hospizteams gilt körperlichen Beschwerden wie Schmerzen, Atemnot, Übelkeit, Erbrechen oder Verstopfung ebenso wie seelischem Leid. Begleitung, Gespräch und spirituelle Angebote sind selbstverständlicher Bestandteil des Betreuungskonzeptes.

 

Angehörige und Freunde

Die Angehörigen und Freunde der Gäste sind jederzeit herzlich willkommen. Sie haben die Möglichkeit, mit im Zimmer des Patienten zu übernachten oder sich im Wohnzimmer auszuruhen. Wenn ein Angehöriger oder Freund im Interesse der Begleitung eines Gastes gerne in räumlicher Nähe des Hospizes wohnen möchte, steht ihm gegen einen geringen Kostenbeitrag ein Zimmer mit Bad im Caritas-Altenzentrum Maria Königin zur Verfügung.

Die Mitarbeiter des Hospizes kümmern sich auch um die Angehörigen und Freunde und stehen ihnen in ihren Sorgen und Problemen bei.

Wenn sie möchten, werden sie in die Betreuung und Pflege des Gastes mit eingebunden. Sie können beispielsweise auch in der Küche für ihren Angehörigen Lieblingsgerichte zubereiten.

Wohnzimmer und Küche stehen ihnen zur Kommunikation untereinander und mit anderen Gästen zur Verfügung.

Im Raum der Stille können sie Ruhe und Besinnung finden.

Das Hospizteam bietet den Angehörigen und Freunden Raum und Zeit, sich angemessen von dem Verstorbenen in seinem Zimmer zu verabschieden.